Technik

Autogas - Nicht nur Benzin ist flüssig

"Autogas", nicht zu verwechseln mit "Erdgas" (Methan), ist nichts anderes als Flüssiggas („LPG“ Liquified
Petroleum Gas, Gemisch aus Propan und Butan). Neu ist die Verwendung von Flüssiggas als Kraftstoff nicht,
schon seit langer Zeit wird es in den Niederlanden und in Italien als Motorentreibstoff genutzt.

Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung (Kohlenwasserstoffe) ist Autogas mit Benzin verwandt. Bei
atmosphärischem Druck gasförmig, geht es bei einem relativ geringen Überdruck von maximal 10 bar (je
nach Temperatur) in den flüssigen Zustand über und kann so in geeigneten Druckbehältern gespeichert
werden. Geregelt sind die Anforderungen an Autogas in der DIN EN 589.

Um Autogas in einem üblichen Verbrennungsmotor - am geeignetsten sind Ottomotoren - verwenden zu
können, werden Autogastank, Verdampfer-Druckregler, Gasdosiereinheit, Einspritzeinrichtungen und
elektrisches Steuergerät benötigt. Bei den Anlagen der jüngsten Generation wird Autogas nicht mehr
gasförmig vom Motor angesaugt, sondern eingespritzt, entweder gasförmig oder neuerdings auch flüssig.

Als Kraftstofftanks kommen spezielle Gastanks mit den vorgeschriebenen Absperr- und Sicherheitseinrich-
tungen zum Einsatz. Es gibt sie als zylindrische Behälter und als sogenannte Muldentanks in verschiedenen
Größen. Während die zylindrischen Behälter beim Pkw meist in den Kofferraum passen, ist die Unterbringung
eines Muldentanks in der Reserveradmulde oder auch unter dem Fahrzeugboden möglich. Statt des Reserve-
rades kann ein Pannenspray mit geführt werden.

Daher ist es möglich, während der Fahrt, per Umschalter, von Benzin-
auf Gasbetrieb und umgekehrt umzuschalten. Monovalente Anlagen,
wobei nur mit Gas gefahren werden kann, sind im allgemeinen noch
nicht sinnvoll, da das Gastankstellen-Netz noch zu weitmaschig
ist.Autogasanlagen für benzinbetriebene Pkw sind in der Regel auf
bivalenten (wechselweisen) Betrieb ausgelegt.

Der Einbau sollte nur bei speziell qualifizierten Fachbetrieben erfolgen.

Umrüstung

Vielfach bieten Werkstätten im benachbarten Ausland (z.B. Polen) Autogas
Umrüstungen zu deutlich geringeren Kosten an. Da es in der Vergangen-
heit jedoch immer wieder zu Problemen bei der anschließenden Einbau
Abnahme durch TÜV oder Dekra aufgrund fehlender Genehmigungsunter-
lagen, insbesondere des Abgasgutachten, gekommen ist (siehe auch "Zu-
lassungsverfahren"), sind diese Angebote mit äußerster Vorsicht zu
betrachten und vorabgenauestens zu prüfen! Hier sollte ferner an mögliche
Probleme bei Service, Wartung und Gewährleistung gedacht werden.

Zulassungsverfahren
Nach dem Umbau ist in Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, eine technische
Begutachtung des Fahrzeuges durch einen technische Prüfstelle (TÜV, Dekra) zwingend erforderlich.

Um hier Probleme zu vermeiden, ist es empfehlenswert, nur Anlagen mit einer Genehmigung nach ECE-
Regelung Nr. 115 nachrüsten zu lassen, in der der entsprechende Fahrzeugtyp aufgeführt ist. Somit ist
sichergestellt, dass die Anlagen allen erforderlichen Sicherheitsstandards entsprechen, einwandfrei arbeiten
und alle für die Begutachtung benötigten Unterlagen vollständig vorhanden sind. Eine Eintragung in die
Fahrzeugpapiere kann dann problemlos erfolgen.

Liegt diese Genehmigung nicht vor, ist eine Einzelabnahme des Fahrzeuges gemäß § 19 Abs. 2 StVZO durch
den Sachverständigen erforderlich. Dabei wird dann geprüft, ob die einzelnen Komponenten der Gasanlage
korrekt zusammengestellt wurden und für den Einbau in das jeweilige Fahrzeug geeignet sind. Folgende
Genehmigungen und Unterlagen werden – laut Angabe des TÜV Nord – dafür benötigt:

Genehmigung aller einzelnen Komponenten der Anlage nach ECE- Regelung Nr. 67.01 oder nationale
deutsche Bauartzulassung für die Komponenten.

Gültige Tank-Prüfbescheinigung bei einem Tank mit nationaler Genehmigung.

Abgas-Nachweis eines akkreditierten Abgasprüflabors oder einer Technischen Prüfstellen in dem bestätigt
wird, dass die für das Fahrzeug gültigen EG-Abgasvorschriften nach der Umrüstung weiter eingehalten
werden. Der Nachweis muss bei der Begutachtung im Original mit Originalstempel und -unterschrift vor-
handen sein. Ausländische Abgasnachweise können grundsätzlich nicht verwendet werden, da in einigen
europäischen Ländern (z.B. Polen, Italien) für die Nachrüstanlagen kein Abgasnachweis entsprechend den
gültigen EG-Abgasvorschriften gefordert wird. Eine Abgasuntersuchung (AU) einer amtlich anerkannten
Werkstatt kann eine fehlende Abgasbestätigung nicht ersetzen!

Einbau- und Bedienungsanleitung (Benutzerhandbuch) in deutscher Sprache.

 
Flüssiggaseinspritzung
Die vierte Generation

ICOM JTG System

Das JTG System von ICOM ist eine der besten Lösungen auf dem Markt der Gasanlagen.

 
Das System hat eine kühlende Wirkung in der Brennkammer und ist durch erhöhte Sauerstoffbindung leistungssteigernd. Es wird gezielt direkt Flüssiggas auf die Einlassventile im Motorraum gespritzt. „Kühlende Wirkung“ Das JTG-System verzichtet völlig auf eine Steuereinheit oder eine programmierbare ECU. Die Kontrolle der Gasanlage wird vom original Motorsteuergerät übernommen.
Ein Relais sorgt dafür, dass die Gasanlage nach 55 Sekunden einschaltet und die original Benzin-Einspritzdüsen weggeschaltet werden. In diesen 55 Sekunden wird sichergestellt, dass das ganze Leitungssystem mit Flüssiggas versorgt ist. Ist das System nun durch das Starten des Benzinmotors in Bewegung gekommen, spült die Gaspumpe im Tank des Reserverades das gesamte System durch, reinigt dabei das System von übriggeblieben, gasförmigen Gasresten. Es schaltet dann, unabhängig von der Wettersituation auf Gas um.
In dem ICOM Gastank befindet sich eine Hochleistungspumpe von Bosch die das flüssige Autogas mit einem Druck von etwa 8-12 Bar im Motorraum bereitstellt. Über eine Ringleitung wird das Flüssiggas an die Gas Einspritzventile gepumpt und über einen Druckregler (der einen konstanten vorgegebenen Druck hält) wieder zurück in den Tank geleitet.