Eine Umrüstung der PKW auf Flüssiggas (LPG) ist relativ unkompliziert.
Fast jedes Fahrzeug mit Ottomotor kann für etwa 1500 bis 3500 Euro (je nach Zylinderzahl, Leistung und
der
zu erreichenden Abgasnorm) umgebaut werden; ausgenommen sind (derzeit noch) Motoren mit Benzin-
Direkteinspritzung. Das Leergewicht einer LPG-Anlage beträgt etwa 40 kg.
Der Tank findet seinen Platz entweder in der Reserveradmulde (34 bis 85 Liter, das Reserverad wird dann
durch ein Pannenspray ersetzt) oder im Kofferraum (60 bis 200 Liter). Auch Unterflurtanks sind möglich. Die
Reichweite beträgt je nach Verbrauch 350 km bis 1000 km. Beim Umbau bleibt der Benzintank erhalten, so
dass das Fahrzeug wahlweise mit Benzin oder Flüssiggas betrieben werden kann (bivalenter Antrieb).
Das Umschalten zwischen Benzin- und Flüssiggasbetrieb kann automatisch oder manuell während der Fahrt
erfolgen. Mit dem Einbau ist also auch eine erhebliche Reichweitenerhöhung verbunden, sofern auch noch
entsprechend Benzin mitgeführt wird. Gegenüber Benzin muss je nach gewähltem System (siehe unten) ein
volumetrischer (Liter vs. kg) Mehrverbrauch von 5 bis 20 % für LPG angesetzt werden, da Flüssiggas eine
geringere Dichte aufweist. |
Zum Vergleich:
Superbenzin mit 95 Oktan hat eine Dichte von ca. 0,76 g/cm³, Flüssiggas (rund 108 Oktan) je nach Misch-
ungsverhältnis zwischen 0,51 und 0,56 g/cm³. Auf den ersten Blick resultiert daraus ein Mehrverbrauch von
40%, der jedoch durch den höheren Brennwert des LPG (49 MJ/kg gegen 42 MJ/kg) auf theoretisch 20%
verringert wird. Durch den Verbrauch von Startbenzin (und dessen Vernachlässigung in der Verbrauchs-
berechnung) sinkt der theoretische Mehrverbrauch von 20% je nach durchschnittlicher Streckenlänge auf
praktisch 5-15%. |